Was ist ATP?

ATP steht für "Accord relatif aux transports internationaux de denrées périssables et aux engins spéciaux à utiliser pour ces transports" (Übereinkommen über internationale Beförderungen leicht verderblicher Lebensmittel). Das ATP gilt für den grenzüberschreitenden Langstreckenverkehr, für den Verteilerverkehr ist die DIN 8959 heranzuziehen.

Inhalte

Das ATP-Übereinkommen regelt unter anderem die technischen Anforderungen an die Kühlaufbauten und legt die einzuhaltenden Transporttemperaturen fest.

Weitere Inhalte des ATP umfassen:
  • Die Einteilung der Beförderungsmittel in Klassen entsprechend ihrer Eignung und Ausrüstung für den Transport leicht verderblicher Lebensmittel
  • Die technischen Anforderungen an Beförderungsmittel für leicht verderbliche Lebensmittel hinsichtlich der Wärmedämmung und der Ausrüstung mit einer Kühleinrichtung
  • Die Messmethoden zur Bestimmung der wärmedämmtechnischen Eigenschaften und zur Bestimmung der Leistung von Kühl- und Heizeinrichtungen
  • Die Festlegung der Transporttemperaturen in Abhängigkeit vom Lebensmittel
  • Die Typprüfungen gemäß dem ATP-Übereinkommen und gemäß den Normen DIN 8958 und 8959

Gültigkeitsbereich

Das ATP-Übereinkommen ist anzuwenden bei:
  • Grenzüberschreitendem gewerblichen Transport (nicht Verteilerverkehr!)
  • Entladeort liegt in einem Vertragsstaat (siehe unten)
  • Transport von leicht verderblichen Lebensmitteln, die für den Verzehr von Menschen bestimmt sind
  • Beförderung auf Schiene, Straße oder auf dem Seeweg (Seeweg nur bei Entfernungen unter 150 km, wenn
    die Beförderungsmittel, z. B. Lkw, für den Landtransport mit Inhalt verschifft werden)

Vertragsstaaten

Das ATP-Übereinkommen wurde am 1. September 1970 völkerrechtlich in Kraft gesetzt. Die 47 Vertragsstaaten sind Albanien, Andorra, Aserbaidschan, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Irland, Italien, Kasachstan, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Marokko, Mazedonien, Moldawien, Monaco, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russische Föderation, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowenien, Slowakei, Spanien, Tadschikistan, Tschechische Republik, Tunesien, Ukraine, Ungarn, USA, Usbekistan, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland sowie Weißrussland.

KLASSIFIZIERUNG GEMÄSS ATP UND DIN 8959 / EINSATZBEREICH DER BEFÖRDERUNGSMITTEL

Die Beförderungsmittel werden entsprechend ihrer Eignung und Ausrüstung für den Transport leicht verderblicher Lebensmittel in Klassen eingeteilt.

  • Beförderungsmittel für den Frischdienstbereich haben die Klasse FNA, mit der leicht verderbliche Lebensmittel im Sinne des ATP-Abkommens transportiert werden können. Dabei bedeutet:
    F = Beförderungsmittel mit eingebauter Kältemaschine,
    N = Beförderungsmittel mit normaler Wärmedämmung, mittlerer K-Wert = 0.7 W/m²K und
    A = Temperaturklasse zwischen +12 °C und +/-0 °C.


  • Beförderungsmittel für den Tiefkühlbereich haben die Klasse FRC, mit der leicht verderbliche Lebensmittel im Sinne des ATP-Abkommens transportiert werden können. Dabei bedeutet:
    F = Beförderungsmittel mit eingebauter Kältemaschine,
    R = Beförderungsmittel mit verstärkter Wärmedämmung, mittlerer K-Wert = 0.4 W/m²K und
    C = Temperaturklasse zwischen +0 °C und -25 °C.

TYPPRÜFUNG DER KÄLTEMASCHINE NACH DIN UND ATP

Ebenso wie beim Aufbau muss eine Kältemaschine aus einer Serie bei einer anerkannten Prüfstelle typgeprüft werden. Die Prüfung besteht im Normalfall aus der Bestimmung der Nutzkälteleistung bei einer Außentemperatur von +30 °C und mindestens drei verschiedenen Innentemperaturen entsprechend dem Einsatzbereich der Kältemaschine (im Frischdienstbereich 12 °C, 6 °C und 0 °C). Da das ATP-Übereinkommen nur den Langstreckentransport beinhaltet, ist es hierfür ausreichend, wenn die Nutzkälteleistung der eingebauten Kältemaschinen mindestens das 1,75-fache der Wärmetransmission durch den wärmegedämmten Aufbau beträgt.

In der Norm DIN 8959 wird neben dem Langstreckentransport auch der Verteilerverkehr berücksichtigt. Für die erforderliche Nutzkälteleistung der Kältemaschine im Verteilerverkehr ist die Anzahl der belieferten Kunden pro Stunde und die Dauer der Türöffnungszeiten zu berücksichtigen.
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